1904-1924
1924-1933
1933-1945
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1963-1971
1971-1980
1980-1993
1993-2004
Einmal Schalker,
Immer Schalker
 

Einmal Schalker - immer Schalker: Matthias Herget

Er gab den klassischen Libero einst so elegant wie zuvor nur Franz Beckenbauer: Der "Kaiser" berief Matthias Herget prompt als Teamchef in die Nationalmannschaft und machte ihn bei der Europameisterschaft 1988 zum Abwehrchef. Für die DFB-Elf spielte der in Gelsenkirchen aufgewachsene Techniker häufiger als für die Knappen. Seine zwei Jahre im Trikot der Königsblauen war von einer schweren Verletzung geprägt. Warum der heute 47-Jährige so spät zu seinem Lieblingsverein fand und warum er ihm heute umso enger verbunden ist, erklärt Herget in folgendem Interview.

Matthias Herget, warum haben Sie nur ganze 20 Pflichtspiele für Schalke 04 absolviert?
Weil ich mir nur wenige Monate nach meinem Wechsel im Spiel gegen meinen einstigen Verein Rot-Weiß Essen im November 1989 einen Abriss der Patella-Sehne im linken Knie zuzog. Das ist eine völlig atypische Verletzung für einen Fußballer. Danach wären die Belastungen eines Fußballprofis zuviel gewesen. Ich absolvierte in der folgenden Saison zwar noch zwei Einsätze, aber das war nur ein Arbeitsversuch.

Obwohl sie bereits zu Beginn Ihrer Karriere in Gelsenkirchen fußballerisch aktiv waren, dauerte es lange, bis Sie für Schalke spielten. Warum?
Mein Bruder hat damals in der Schalker Jugend gespielt und später bei den Amateuren. Ich war oft mit bei seinen Spielen und habe da mit Günter Siebert gesprochen. Er wollte mich schon damals nach Schalke holen, aber mein Vater legte sein Veto ein. Er hatte etwas dagegen. Warum, das weiß ich leider nicht - er ist sehr früh gestorben.

Während Ihrer Karriere stieg Schalke gleich drei Mal ab. Was hatten Sie damals für ein Bild von dem Verein?
Ich war trotzdem von Schalke fasziniert. Wenn man in Gelsenkirchen groß geworden ist, hatte man natürlich eine besondere Einstellung dazu. Bei Bayer Uerdingen hatte ich meine beste Zeit, doch diese Atmosphäre konnte man nicht mit Schalke vergleichen. Deswegen war mir egal, dass ich nach dem Wechsel in der zweiten Liga gespielt habe. Es war ja schließlich eine reizvolle Aufgabe am Aufstieg mitzuarbeiten.

Wie viele Versuche von Schalker Seite waren nötig, um Sie zum Wechsel zu überreden?
Beim dritten Anlauf hat es geklappt. Nach Günter Siebert hat auch Rudi Assauer einen Anlauf Mitte der 80er-Jahre unternommen. Aber da ist ebenfalls nichts draus geworden.

Welche Beziehung haben Sie heute zum FC Schalke 04?
Ich spiele selber in der Traditionsmannschaft von Schalke und bin bei fast jedem Heimspiel dabei. Seit 1999 bin ich auch Mitglied.

Haben Sie in der aktuellen Mannschaft einen Lieblingsspieler?
Ebbe Sand sehe ich unheimlich gern - wenn er in der Spitze spielt. Und da können alle sagen, was sie wollen: aber Andreas Möller ist ein guter Spieler. Er war für das Schalker Spiel unheimlich wichtig.

Sie spielten oft auf der Position des Liberos. Bedauern Sie, dass es diesen immer weniger gibt?
Wenn ich mir manche Mannschaften anschaue, die mit einer Dreier- oder Viererkette spielen, bedauere ich schon, dass es kaum noch Liberos gibt. Wenn ich sehe, wie viele Gegentore etwa der 1. FC Nürnberg bekommen hat - und zwar aus dem Konterspiel heraus und weil sie schlecht stehen -, ist es vielleicht nicht richtig, ohne Libero zu spielen.

       
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