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Mathias Schipper: "Als ich 1979 gehen musste - das war einer der traurigsten Momente"

Eigengewächse haben in diesen Tagen bei den Knappen Hochkunjunktur. Ähnlich war es zuletzt zu Zeiten des "Schalker Talentschuppens" in den Siebziger Jahren. Ein Produkt dieser Nachwuchsförderung war Matthias Schipper, der mit den Knappen 1976 Deutscher A-Jugend-Meister wurde. Der Abwehrspieler gehörte bei den Heimspielen im Parkstadion aufgrund einer bestimmten Angewohnheit zum festen Teil der Halbzeit-Unterhaltung.

Mathias Schipper, welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Zeit in der damals hochgelobten Schalker Jugend?
Das war damals eigentlich genauso wie heute. Ich wohnte mit etwa zwölf anderen Spielern in einer Art Internat. Das war ein Wohnhaus in Rotthausen, in dem wir alle von einer Familie versorgt wurden. Morgens bekamen wir Frühstück, danach gingen wir zur Arbeit. Für das Mittagessen erhielten wir Essensmarken, danach stand das Training auf dem Programm. In meinem ersten Jahr in der A-Jugend habe ich schon mit den Profis mittrainiert. Das hieß für mich, morgens mit den Profis und abends mit der Jugend trainieren. Trotzdem habe ich 1975 meine Ausbildung abschließen können.

Was hatte es mit den Essensmarken auf sich?
Am Monatsanfang bekamen wir solche Marken, die wir an drei Stellen in der Stadt einlösen konnten. Ich glaube, alle drei Gaststätten gehörten Charly Neumann. Das war ganz schön. In dem Alter haut man sich die Fritten rein und danach einen Pott Eis.

Von 1975 bis 1988 spielten Sie für die Knappen - allerdings mit einer Zäsur zwischen 1979 und 1982. Was haben sie in dieser Zeit gemacht?
In der Zeit spielte ich für Alemannia Aachen. Es gab damals Missstimmigkeiten zwischen dem damaligen Präsidenten (Günter Siebert. d. Red.) und mir. Ich hatte in der Saison zuvor alle Spiele gemacht, hatte mich als junger Spieler hoch gearbeitet. Dann kamen zwei Jugoslawen, die auf meiner Position spielten und ich musste gehen. Eigentlich hätte ich nach einem Jahr direkt zu Schalke zurück kommen sollen, aber die Ablösesumme, die Aachen forderte, war zu hoch. Ich erfüllte also meinen Vertrag, so dass wir in der Saison 81/82 gegeneinander in der zweiten Liga gespielt haben.

Man hört heraus, dass ihr Herz auch während dieser Zeit an Schalke hing.
Ja. Es war einer der traurigsten Momente in meinem Leben, als man mir sagte, ich müsse gehen. Ich wäre auch nach einem Jahr gern zurückgekommen.

Welche Unterschiede würden Sie aus eigener Erfahrung zwischen der ersten und der zweiten Liga machen?
In Schalke wurde genauso professionell gearbeitet wie in der ersten Liga, weil das Ziel fest stand: der Aufstieg. Es war allerdings etwas anderes, statt in München oder Stuttgart nun in Ulm oder Kassel zu spielen. Aber die Stadien waren immer ausverkauft. Die Leute wollten Schalke sehen.

Egal ob Oberhaus oder Unterhaus: Sie waren damals dafür bekannt, dass sie immer als Erster aus der Halbzeit kamen und sich - mit kreisenden Armen - warm machten. Was hatte es damit auf sich?
Es war damals fast ein Spiel. Eigentlich wollte ich einfach raus. Mich hielt nichts in der Kabine. Ich habe mich sehr intensiv warm gemacht. Dann bekam ich mit, dass die Fans Wetten um ein Bier abschlossen mit anderen, die zum ersten Mal im Stadion waren, wer als erster den Rasen beträte. Manchmal musste ich schmunzeln. Es war meistens relativ ruhig im Stadion, nur ein paar Leute in der Kurve schrieen.

Was machen Sie heute?
Ich bin selbstständiger Physiotherapeut und habe seit zehn Jahren im Hallenbad in Gladbeck eine Praxis, die ich jetzt erweitere. Das war genau der richtige Weg für mich. Schon während meiner Zeit an der Abendschule habe ich den höheren Schulabschluss nachgeholt, um die Grundlage für diese Ausbildung zu schaffen.

Welche Verbindung gibt es heute noch zum Verein?
Ich spiele in der Traditionsmannschaft, die sich regelmäßig trifft. Aus der heutigen Mannschaft kenne ich ja keinen mehr. Ab und zu besuche ich Mannschaftsarzt Dr. Thorsten Rarreck. Dazu kommt natürlich meine innerliche Verbundenheit.

       
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