1904-1924
1924-1933
1933-1945
1945-1963
1963-1971
1971-1980
1980-1993
1993-2004
Einmal Schalker,
Immer Schalker
 

Heinz van Haaren war der Regisseur einer ganz großen Schalker Mannschaft

Er war der Mittelfeld-Regisseur der legendären Pokalsieger-Mannschaft von 1972, die für Schalke 04 den DFB-Pokal gewann und mit 51:17 Punkten bester Vize-Meister der Bundesligageschichte wurde. Doch Heinz van Haaren erlebte auch eine der dunkelsten Episoden in der Vereinshistorie. Der gebürtige Niederländer stand beim ersten Heimspiel der Königsblauen gegen Arminia Bielefeld auf dem Platz. Für eine schon zu damaligen Verhältnissen bescheidene Summe von 2.400 Mark pro Spieler sollen die Knappen die Partie am 17. April 1971 absichtlich mit 0:1 verloren. Eine Dummheit, für die Spieler hinterher mit langen Sperren schwer büßen mussten. Der Schalker Kreisel sprach mit dem 62-Jährigen, der heute eine Massagepraxis in Gelsenkirchen leitet, über Vergangenheit und Zukunft der Königsblauen.

Heinz van Haaren, es gibt nicht wenige Experten, die behaupten, dass die "72er" die beste Bundesligamannschaft der Schalker Vereinsgeschichte waren. Stimmen Sie dieser Einschätzung zu?
Das war eine sehr gute Truppe. Sie besaß eine gesunde Mischung aus alten und jungen Spielern, aus Technikern und Kämpfern. Ich muss doch nur die Namen der Angreifer nennen: Stan Libuda, Klaus Fischer und Erwin Kremers. Ich werde richtig wehmütig, wenn ich daran denke. Durch den Bundesligaskandal ist eine sehr gute Mannschaft zerstört worden. Wir hätten den Bayern Paroli bieten können. Schon im Sommer 1972 wären wir doch fast Deutscher Meister geworden. Am letzten Spieltag spielten wir den Bayern und benötigten einen Sieg zum Titel. Hätten wir unsere ersten beiden Chancen genutzt, wären wir nicht als Verlierer vom Platz gegangen. So aber gingen die Bayern in Führung, siegten 5:1 und die Schale ging nach München.

Wie erinnern Sie noch an den 17. April 1971, an das ominöse 0:1 gegen Arminia Bielefeld?
Für mich war das kein Skandalspiel. Keiner von uns Spielern wusste darüber Bescheid. Ich kann mich noch gut an das Aufwärmen vor dem Spiel erinnern. Libuda und ich liefen nebeneinander, als uns ein Fan vorwarf: "Warum macht Ihr Euch warm? Das Spiel ist doch eh verkauft!" Daraufhin sagte Libuda: "So etwas würde ich nie machen. Ich will doch Nationalspieler bleiben." Oder ein anderes Beispiel: Warum ist Hans-Jürgen Galbierz vor dem Tor gegrätscht, wenn das Spiel verkauft gewesen wäre? Er hätte ihn doch einfach laufen lassen können.

Haben Sie noch Kontakt zu ehemaligen Mitspielern?
Nein, leider nicht. Wir leben doch heute über ganz Deutschland verstreut. Ist eigentlich sehr schade, dass es kein regelmäßiges Treffen gibt.

Wie fällt Ihr Vergleich zwischen der damaligen Schalker Elf und dem aktuellen Profikader aus?
Wir haben heute wie damals kein schlechtes Team. Es wird Zeit, dass Ebbe Sand wieder fit wird. Wenn Mpenza, Sand und Agali zusammen wirbeln können, dann können wir in Europa fast jeden schlagen. Generell fällt mir im Profifußball auf, dass zu unserer Zeit der Gegenspieler mehr geschätzt wurde. Da wurde kein Ellbogen absichtlich ins Gesicht des anderen gerammt.

Was trauen Sie der Mannschaft von Frank Neubarth zu?
Wir werden am Ende der Saison auf jeden Fall unter den ersten Fünf stehen.

Sie waren selbst Jugendtrainer. Wie ist es um die fußballerische Ausbildung des Nachwuchses bestellt?
Der Verein leistet hervorragende Arbeit. Was mir nicht gefällt, ist die Tatsache, dass bereits die Jugendlichen mitunter immens viel Geld verdienen. Das führt dazu, dass sie nicht konstant gut spielen. Sie sollten immer - auch im Training - zeigen, dass sie nach oben wollen.

Sie waren nach Ihrer aktiven Zeit später Jugendtrainer bei den Knappen. Wie sind Sie heute dem Verein verbunden?
Ich schaffe es leider zeitlich nicht, mir jedes Spiel in der Arena anzuschauen. Deshalb habe ich auch keine Dauerkarte. Wenn es mir allerdings möglich ist zu kommen, gehe ich auch in die Arena. Und mein Sohn André ist Masseur der Amateurmannschaft.

       
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