14.01.2004: Vor 25 Jahren traf Mathias Schipper ins eigene Netz

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Der 20-Jährige wäre am liebsten im Erdboden versunken: Bei der Schalker 1:6-Niederlage am 14. Januar 1978 in Stuttgart fabrizierte Mathias Schipper ein Eigentor. Allerdings bedeutete dieses Malheur nur einen kurzfristigen Rückschlag für den Jung-Profi, der sich in den folgenden zehn Jahren zu einem zuverlässigen Bundesligaspieler entwickelte.

In der Partie in Stuttgart lief Schipper zum letzten Mal in dieser Saison für die Knappen in der Bundesliga auf. Allerdings hatte dies nichts mit dem Eigentor gegen die Schwaben zu tun. "Ich war damals bei der Bundeswehr, habe wenig trainieren können. Dann war es aufgrund der Doppelbelastung nicht mehr machbar", erinnert sich Schipper. Ärgerlich für den Defensivmann: Er hatte sich Ende 1977 gerade in die Mannschaft gekämpft und einen Stammplatz erobert. Denn sowohl Friedel Rausch als auch Nachfolger Uli Maslo hatten Gefallen an dem Abwehrmann gefunden, der 1976 mit der Schalker A-Jugend Deutscher Meister geworden war.

Bereits als 14-Jähriger hatte er sich den Knappen angeschlossen. Der Junge aus Castrop-Rauxel wollte unbedingt in die Bundesliga und verfolgte das Vorhaben mit unbändigem Willen. Fehlendes Talent glich er durch Einsatzbereitschaft und Zielstrebigkeit aus. Attribute, die er auch abseits des Platzes an den Tag legte. Parallel zum Training bei den Knappen ließ er sich zum Sportartikelverkäufer ausbilden.

In der Saison 1978/79 war er endlich da angekommen, wo er immer hin wollte - er zählte zu den Stammspielern bei Schalke 04. Schipper stand bei allen 34 Partien auf dem grünen Rasen. Keine Garantie für die nächsten Jahre, wie sich im Sommer 1979 herausstellte.

Günter Siebert hatte ehrgeizige Pläne und verpflichtete die jugoslawischen Nationalspieler Mario Boljat und Vilson Dzoni für den Abwehrbereich. Bittere Konsequenz: Für Schipper war kein Platz mehr. Er wurde nach Aachen transferiert.

Drei Jahre später war er wieder da. Rudi Assauer hatte das Eigengewächs zurückgeholt. Nach dem Vertragsabschluss in Assauers Wohnung rief Schipper sofort von einer Telefonzelle aus seine Frau an und teilte ihr glückselig mit: "Ich bin wieder ein Schalker!"

Anschließend erlebte er je einen Abstieg und einen Aufstieg, war beim legendären 6:6 im Pokalhalbfinale gegen die Bayern mit von der Partie und konnte 1988 nicht verhindern, dass die Königsblauen zum dritten Mal ins Unterhaus des Profifußballs gehen mussten. Nach dieser Saison erklärte der 30-Jährige überraschend seinen Rücktritt. Ein Schritt, den viele rund um das Parkstadion nicht verstehen und wahrhaben wollten.

"Er könnte eine Integrationsfigur bei uns sein", sagte Trainer Horst Franz damals, der ihn zum Kapitän machen wollte. "Neben den vielen jungen Spielern brauchen wir ein paar erfahrene Leute." Schipper jedoch ließ sich nicht umstimmen. "Natürlich hätte ich noch ein oder zwei Jahre spielen können, doch die Gelegenheit zur Ausbildung zum Krankengymnasten hat sich jetzt ergeben."

Ganz unschuldig an der Entwicklung war der Verein allerdings nicht, wie die Buersche Zeitung im Sommer 1988 schrieb: "Dabei wäre es durchaus möglich gewesen, ‚Mattes' in Schalke zu halten, wenn sich der Verein darum gekümmert hätte, ob der Einstieg in die Krankengymnastik-Schule auch noch im nächsten Jahr möglich gewesen wäre."

Somit endete seine aktive Laufbahn nach 189 Erstliga- und 32 Zweitligaspielen, in den Schipper lediglich sieben Mal ins gegnerische Tor traf. Schipper: "Ich bin leise gekommen - und so gehe ich jetzt auch."

Heute arbeitet er als Physiotherapeut in seiner eigenen Praxis in Gladbeck. Mit dem Verein ist er als Mitglied der Traditionsmannschaft verbunden.

VfB Stuttgart - FC Schalke 04 6:1 (0:1)

VfB: Roleder, Martin Holcer, K. Förster, Elmer, D. Hoeneß, Ohlicher, Jank, H. Müller (78. Kelsch), Hadewicz, Hitzfeld

Schalke: Maric, Ritschel (56. Suurbier/60. Dubski), Rüssmann, Dörmann, Schipper, Fischer, Lütkebohmert, Demange, Bittcher, Bongartz, R. Abramczik

Tore: 0:1 Fischer (40.), 1:1 Jank (50.), 2:1 Hitzfeld (55.), 3:1 Jank (58.), 4:1 Schipper (65./Eigentor), 5:1 Hitzfeld (67.), 6:1 Ohlicher (89.)
Zuschauer: 72.000
SR: Biwerse

       
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