30.01.2004: Vor 39 Jahren wurde sportlicher Abstieg eingeläutet

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Die Ausgangslage der beiden Kontrahenten der Partie zwischen Schalke 04 und dem 1. FC Nürnberg am 30. Januar war unterschiedlich. Während die Franken den Anschluss an Tabellenführer Bremen nicht verlieren wollten, brauchten die Knappen die Punkte, um nicht in die Abstiegszone zu rutschen. Am Ende gewann der Club 3:1, und die Schalker suchten zunächst einmal die Schuld beim Schiedsrichter.

Die Ansetzung der Unparteiischen wählte der Deutsche Fußball-Bund denkbar unglücklich. Die Begegnung der beiden Traditionsmannschaften pfiff der Berliner Ewald Regely. Kasus Knacktus: Die Berliner Hertha kämpfte wie die Königsblauen um den Verbleib in der Bundesliga.

In der ersten guten halben Stunde indes traf den Schiedsrichter keine Schuld, dass es lediglich 1:0 für die Gastgeber stand. Das Team um die Nationalspieler Stan Libuda, Hans Nowak und Willi Schulz vergab beste Möglichkeiten, musste sich daher mit einem 1:0 (31.) durch Waldemar Gerhardt begnügen. Das fahrlässige Auslassen der Möglichkeiten sollte sich rächen. Oder besser gesagt: es wurde bestraft. Nach einer "Herberger-Schere" von Nowak entscheidet Regely zum ersten Mal auf Foulelfmeter. Stefan Reisch markierte das 1:1 (37.).

Nach der Halbzeitpause drehten die Schalker mit den 58er-Meisterspielern Willi Koslowski, Günter Karnhof und Manfred Kreuz auf. Allerdings blieb die Drangperiode ohne zählbaren Erfolg. Und zu allem Überfluss gibt der Berliner Referee dem Spiel in der 63. Minute die entscheidende Wendung. Wieder ein Foulelfmeter gegen Schalke, wieder nicht berechtigt, und wieder trifft Reisch - 2:1. Acht Minuten später erhöht Richard Albrecht auf 3:1.

Durch die Niederlage rutschte das Team von Trainer Fritz Langner vom 13. auf den 16. und damals letzten Tabellenplatz ab. Diese Talsohle sollten die Schalker bis auf zwei kurze Unterbrechungen bis zum Saisonende nicht mehr verlassen. Der sportliche Abstieg aus der Bundesliga war perfekt.

Und dennoch blieben die Königsblauen dem Oberhaus erhalten. Weil Hertha BSC wegen zu hoher Zahlungen beim Kauf von Spielern zum Zwangsabstieg verdonnert wird, der Karlsruher SC als Vorletzter somit in der Bundesliga bleibt, argumentieren die Schalker, dass auch sie in der Liga verbleiben müssen, wenn der sportliche Abstieg in dieser Saison nicht zählt. Die salomonische Lösung des DFB: Er belässt den Karlsruher SC und Schalke 04 in der Liga. Dazu kommen die Aufsteiger FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach sowie aus politischen Gründen mit Tasmania 1900 ein Vertreter aus Berlin. Die Bundesliga zählt fortan 18 statt 16 Vereine - und alles nur wegen Schalke 04...

FC Schalke 04 - 1. FC Nürnberg 1:3 (1:1)
Zuschauer: 40.000
Schiedsrichter: Regely

FC Schalke 04: Toth, Karnhof, Rausch, Crawatzo, Schulz, Koslowski, Nowak, Gerhardt, Kreuz, Herrmann, Libuda.

Nürnberg: Wabra, Leupold, Ferschl, Reisch, Wenauer, Allemann, Wüthrich, Strehl, Wild, Müller, Albrecht.

Tore: 1:0 (31.) Gerhardt, 1:1 (37., FE) Reisch, 2:1 (63., FE) Reisch, 3:1 (71.) Albrecht

       
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