15.01.2005: Vor 28 Jahren wehte Hauch von Wembley an der Weser

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Hannes Bongartz war richtig sauer: "Der Schiedsrichter hat uns um 1000 Mark Siegprämie gebracht. Der Ball war drin." Das sah Schiri Haselberger allerdings anders. Im Gegensatz zu seinem Linienrichter, der nach Schalker Ansicht nach dem Kopfstoß des Mittelfeldregisseurs im Spiel bei Werder Bremen am 15. Januar 1977 auf Tor entscheiden wollte.

Damit waren die Rollen anders verteilt als 1966 im WM-Finale von Wembley. Damals wollte Schiri Dienst aus der Schweiz eigentlich weiterspielen lassen, doch der russische Linienrichter Tefik Bachramow zeigte seinem Kollegen an, dass er den Ball des Engländers Geoff Hurst hinter der Linie gesehen hätte. Es war das 3:2 für die Gastgeber in der Verlängerung. Deutschland verlor am Ende mit 2:4, und die Engländer durften sich zum ersten Mal über den Jules-Rimet-Pokal freuen.

Genau wie damals im Wembleystadion wurde auch im Weserstadion über eine Szene besonders hitzig diskutiert. Es passierte in der 64. Minute: Branko Oblak schlug einen Freistoß in den Strafraum, wo Hannes Bongartz zur Stelle war. Der Kopfball prallte erst gegen den Pfosten, tickte dann auf dem mit Schnee bedeckten Boden auf und sprang schließlich Werder-Keeper Dieter Burdenski in die Arme.

Für Bongartz war der Fall eindeutig: "Mein Kopfball hat die hintere Kante der Latte gestreift und das Netz berührt. Der Ball fiel wie ein Stein zu Boden. Der Linienrichter zeigte ja auch sofort mit der Fahne zu Mitte."

Eine Darstellung, die der Unparteiische nicht teilen wollte. "Ich habe dem Linienrichter mit einer Handbewegung angedeutet: weitermachen", so Referee Haselberger aus Reutlingen, dem die Gäste ansonsten eine starke Leistung bescheinigten. "Darauf hat dieser reagiert. Die Schalker haben das falsch verstanden." Allerdings waren sie nicht die Einzigen, die auf Tor entschieden hätten. Knappen-Coach Friedel Rausch: "Sogar der Bremer Hiller hat es zugegeben - es war ein Tor!"

Natürlich blieben die ganzen Proteste ohne Folgen. Das Ergebnis von 1:1 stand als bittere Tatsache auf dem Spielberichtsbogen. Das Spiel war jedoch der Auftakt für eine tolle Rückrunde, in der die Knappen nur zwei Spiele verloren, am Ende Vizemeister wurden und in den UEFA-Cup einzogen.

Werder Bremen - FC Schalke 04 1:1 (1:1)

Werder: Burdenski, Geils, Röntved, Höttges, Kamp, Hiller, Röber, Petrovic, Konschal, Meininger (82. Siegmann), Görts

Schalke: Maric, Sobieray, Fichtel, Rüssmann, Schipper, H. Kremers, Lütkebohmert, Oblak, Bongartz, R. Abramczik, Fischer

Tore: 0:1 Fischer (26.), 1:1 Meininger (33.)
Zuschauer: 15.000
SR: Haselberger (Reutlingen)

       
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