16.01.2005: Vor 16 Jahren begann die Ära des Sonnenkönigs

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Das Ziel der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 16. Januar 1989 war eindeutig: Es musste ein Nachfolger von "Drei-Tage-Präsident" Michael Zylka gefunden werden. Nach drei Stunden, vielen humorvollen Beiträgen und einem überwältigenden Wahlergebnis stand fest: Günter Eichberg sollte den nicht nur in finanzieller Hinsicht am Boden liegenden Zweitligisten wieder in die Erfolgsspur führen.

Neben fast 1600 Mitgliedern waren 132 Medienvertreter im Sportzentrum Schürenkamp erschienen, um der Mitgliederversammlung beizuwohnen. In Anbetracht der vielen Presseleute kommentierte Versammlungsleiter Jürgen W. Möllemann: "Hier sind mehr Journalisten als bei der Amtseinführung von George Bush als US-Präsident." Zwar bekam die hungrige Meute nicht exakt das, was sie erwartet hatte - schmutzige Wäsche wurde diesmal nicht gewaschen -, doch für Kurzweil und nette Sprüche war der Abend allemal gut.

Im Vorfeld hatten sich 25 Kandidaten für das höchste Amt im Verein beworben. Als jedoch die Wahl unmittelbar bevorstand, waren nur noch vier Anwärter übrig: Kliniken-Besitzer Günter Eichberg, Unternehmer Hans Bitzkowski, Steuerberater Hans Koslowsky und der pensionierte Ingenieur Wilhelm Kleine-Lasthues.

Schon vorher war das Rennen eigentlich entschieden, was Schalke-Mitglied Peter Westen auf sehr drastische Weise zum Ausdruck brachte. Er kommentierte den Versuch von Ex-Präsident Dr. Hans-Joachim Fenne, die Wahl abzusetzen und im September einen kompletten Vorstand neu zu wählen, mit den Worten: "Fenne, hör mit dem Scheiß auf und leg dich unter den Stuhl. Wir brauchen einen Mann mit Kohle. Und der Eichberg hat Kohle."

Eine Argumentation, die auch Bitzkowski für seinen Wahlkampf nutzte. "Ich gebe dem Verein 250.000 Mark, wenn ich Präsident werde. Und einen VW-Bus für die Jugend." Aber: "Wenn ich nicht gewählt werde, behalte ich mein Geld." Die Resonanz war vernichtend. Er hatte bei der anschließenden Abstimmung genauso wenig Chancen wie Dieter Koslowsky und Wilhelm Kleine-Lasthues.

Es konnte nur einen geben - und der ließ sich schon vor der Bekanntgabe des Ergebnisses feiern. Günter Eichberg schrieb eifrig Autogramme, umarmte seinen Sohn Kai sowie seine Lebensgefährtin Christa Paas und nahm die Glückwünsche von Versammlungsleiter Möllemann entgegen.

Das Ergebnis war beeindruckend: 1147 von 1310 Wahlberechtigten stimmten für ihn. Ein Votum, das nur von Eichberg selbst noch einmal getoppt werden konnte: Im Oktober 1989 bestätigten ihn 1005 von 1008 Mitgliedern im Amt.

Eichbergs Epoche dauerte bis zum 17. Oktober 1993 an. Dann trat der Sonnenkönig von der Schalke Bühne ab. Applaus konnte er jedoch an dem Herbsttag von den Anhängern der Knappen nicht erwarten...

       
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