17.01.2005: Vor zwölf Jahren räumte Udo Lattek seinen Stuhl

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Gutendorf, Merkel, Lorant: Star-Trainer auf Schalke - das ging in der Vereinshistorie meistens schief. Das kratzte Präsident Günter Eichberg im Sommer 1992 allerdings wenig. Er verpflichtete Udo Lattek. Ein Coup, der nicht von Erfolg gekrönt wurde. Lediglich bis zum 17. Januar 1993 schwang der Meistermacher das Zepter bei den Knappen - und das oft lustlos.

Geblendet von den Erfolgen des ehemaligen Bayern-, Barcelona- und Gladbach-Trainers (drei Europapokaltriumphe, acht Meisterschaften und drei Pokalsiege) wollte Eichberg nicht wahrhaben, dass Lattek ausgebrannt war. Er träumte bereits von rauschenden Erfolgen und rühmte bei der Vorstellung des neuen Mannes dessen Charakter: "Der Udo ist ein menschlich feiner Kerl. Er arbeitet bei Schalke quasi umsonst."

In der Eichbergschen Diktion hieß das: 8000 Mark für jeden Bundesligapunkt, eine Suite im Gelsenkirchener Maritim-Hotel, ein Dienst-Mercedes inklusive Tankkarte und die Übernahme aller Telefonkosten. Besonderer Clou des Vertrages: Wenn Schalke Meister geworden wäre, hätte Lattek zwei Millionen Mark erhalten, beim Einzug in den UEFA-Cup und Platzierung vor dem "Lieblingsgegner" Borussia Dortmund wären 1,5 Millionen fällig gewesen.

Doch all das konnte den renommierten Coach nicht mehr recht motivieren. Richtiges Engagement war selten zu erkennen, Leidenschaft fehlte gänzlich. Viel lieber beschwerte sich Lattek in Fernsehinterviews, dass er nicht mehr genügend Zeit zum Golfspielen habe.

In der Winterpause, Schalke belegte den elften Tabellenplatz, hatten alle Beteiligten ein Einsehen. Der Trainer machte Platz für Helmut Schulte, der die Mannschaft letztlich auf den zehnten Rang führte. Lattek schaute nur noch als Berater zu und verließ den Verein im Sommer 1993.

Die Erfolge des Udo Lattek, der am 16. Januar 1935 geboren wurde: Europapokalsieger der Landesmeister mit dem FC Bayern (1974), UEFA-Cup-Erfolg mit Borussia Mönchengladbach (1979) und Europapokal der Pokalsieger mit dem FC Barcelona (1982). Achtmal wurde er Meister (1972 bis 1974 und 1985 bis 1987 mit Bayern, 1976 und 1977 mit Gladbach). Dreimal gewann er den DFB-Pokal (Bayern: 1971, 1984, 1986).

       
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