18.01.2005: Vor 12 Jahren löste Helmut Schulte Udo Lattek ab

Januar >

M

D

M

D

F

S

S

-

-

-

-

-

1

2

3

4

5

6

7

9

9

10

11

12

13

14

15

30

17

18

19

20

21

22

23

24

25

26

27

28

29

30

31

-

-

-

-

-

-

Der Wechsel kündigte sich an. Schon Tage vorher hatten Anhänger und Medien im Januar 1993 spekuliert, wann Udo Lattek den Schalker Trainerstuhl räumen würde. Am 18. war es dann so weit: Helmut Schulte übernahm bei den Königsblauen die sportliche Verantwortung.

Ursprünglich war er erst als Trainer für die neue Saison vorgesehen, doch die Motivation von Coach Udo Lattek sank von Stunde zu Stunde, so dass die Vereinsführung den Wechsel eher vollzog. Ein Schritt, der bei dem gebürtigen Sauerländer (*14. September 1957) Euphorie hervorrief. "Schalke ist Schalke, einmalig einfach", schwärmte er. "Die Verrücktheit der Zuschauer, die Möglichkeiten des Vereins, positiv wie negativ. Hier will ich was bewegen."

Dass Schulte mit schlagzeilenträchtigen Vereinen umzugehen wusste, hatte er bereits bewiesen. Sowohl beim FC St. Pauli als auch bei Dynamo Dresden verdiente er sich seine Meriten als Erfolgstrainer und Krisenmanager. Schulte: "Ich habe gelernt, mit Ungereimtheiten und hochschlagenden Wellen umzugehen."

Als Spieler mit eher bescheidenen technischen Möglichkeiten ausgestattet (Schulte: "Kein Mensch, kein Tier - die Nummer vier!") verlief seine Trainer-Karriere auf einem ungewöhnlichen Weg. 1985 bekam Schulte im Rahmen einer ABM-Maßnahme die Stelle eines Jugendtrainers beim FC St. Pauli. Von da an ging es rasant bergauf. Schnell wurde er Co-Trainer der erste Mannschaft. Und als Willi Reimann 1987 vom Millerntor an den Volkspark zum Hamburger SV wechselte, stieg Schulte zum Cheftrainer auf.

Er führte St. Pauli ein Jahr später in die Bundesliga. Dort erwarben die Hamburger zuhauf Sympathien, was nicht zuletzt an dem charmanten, schlagfertigen und humorvollen Trainer lag. Bis zum Februar 1991 hielt die Verbindung zwischen den Kiez-Kickern und Schulte, dann musste der Lange (1,93 m) seinen Hut nehmen.

Im Sommer 1993 zog es den Diplom-Sportlehrer nach Sachsen. Dynamo Dresden sicherte sich seine Dienste. Der Auftrag: Den Traditionsclub aus dem Osten in der Bundesliga halten. Helmut Schulte konnte die Zielsetzung erfüllen, schmiss nach einem Jahr jedoch die Brocken hin. "Im Umfeld wurden zu viele unprofessionelle Entscheidungen getroffen", begründete er seinen Abschied von der Elbe.

Anschließend wechselte er die Seite. Fortan arbeitete er nicht mehr vor der Fernsehkamera sondern dahinter. Schulte wurde Co-Kommentator bei Sat 1.

Er blieb bei dem Sender bis das Angebot der Königsblauen kam. Zwar gelang es ihm, in der Rückrunde mit dem Team noch einen Platz gutzumachen, aber der Start in die nächste Saison misslang völlig (5:17 Punkte). Helmut Kremers wurde zum dritten Mal als Manager entlassen, und Präsident Günter Eichberg trat kurze Zeit nach der Demission von Schulte zurück.

Manager Rudi Assauer, den Eichberg im April wieder zum Verein gelockt hatte, entband Schulte im Oktober 1993 von seinen Pflichten und holte "Feuerwehrmann" Jörg Berger. Während der die Knappen vor dem Abstieg rettete, entdeckte Schulte ein neues Aufgabenfeld. Er wurde Manager. Erst beim VfB Lübeck, dann beim FC St. Pauli. 1998 schließlich kehrte er ins Ruhrgebiet zurück. Rudi Assauer installierte ihn als Sportlicher Leiter der Nachwuchsabteilung.

       
Offizielles Internetangebot des FC Schalke 04 | Impressum