22.01.2005: Vor 31 Jahren wurde Jörg Böhme geboren

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"Wenn ich das Preis-Leistungs-Verhältnis sehe, war er unter dem Strich einer der besten Einkäufe, die wir getätigt haben", sagte Schalke Manager Rudi Assauer beim Abschied von Jörg Böhme (*22. Januar 1974) im Dezember 2004. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass wir zweimal den DFB-Pokal gewinnen konnten und hat viel für Schalke 04 geleistet."

Eine Entwicklung, die für viele nicht absehbar war, als der Linksfuß im Sommer 2000 von der Bielefelder Alm ins Ruhrgebiet kam. Er galt als "schwieriger Typ", dessen fußballerisches Potenzial seine Undiszipliniertheiten kaum aufwog. Weder Charly Körbel (Eintracht Frankfurt) noch Werner Lorant (TSV München 1860) oder Hermann Gerland (Arminia Bielefeld) war es gelungen, den eigenwilligen Linksfuß zu bändigen.

Ein Kunststück, welches erst Huub Stevens fertig brachte. Er ließ den Mann aus Sachsen-Anhalt, der bei Chemie Zeitz und Carl-Zeiss Jena ausgebildet wurde, von Beginn an spüren, dass er auf ihn baute. Böhme zahlte das Vertrauen mit überragenden Leistungen zurück. Der gelernte Gas-Wasser-Installateur steuerte in seiner ersten königsblauen Spielzeit zehn Tore zum Champions-League-Einzug 2001 bei und entschied zudem das Pokalfinale im selben Jahr.

Beim 2:0 gegen Union Berlin war er für beide Tore verantwortlich. Ein Jahr später markierte er im Endspiel gegen Leverkusen den wichtigen Ausgleich unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff. Schalke konterte die Werkself nach dem Wechsel aus und konnte nach dem 4:2-Sieg den Pokal zum zweiten Mal in Folge und zum vierten Mal insgesamt mit nach Hause nehmen.

Die Leistungsexplosion des 1,78-m-Mannes entging auch DFB-Teamchef Rudi Völler nicht. Und so wurde Böhme 2001 Nationalspieler. Völler über Böhme: "Ein Spieler mit einer überragenden Technik und einem traumhaften Schuss."

Attribute, die ihn auf Schalke schnell zum Publikumsliebling werden ließen. Hier wurde er glücklich, weil er so sein durfte, wie er wollte. Er schoss aufs Tor, wenn niemand damit rechnete. "Das ist Jörg, wie wir ihn kennen. Man muss ihn gewähren lassen", so Assauer. "Böhme haut zehn Eckbälle und Freistöße gegen die Anzeigetafel, aber einer ist dann drin. Das ist Risiko, davon lebt der Fußball."

So verwundert es nicht, dass die Trauer groß war, als er Ende 2004 das Ruhrgebiet in Richtung Borussia Mönchengladbach verließ. Vor über 60.000 Besuchern wurde "Böhmi" beim Heimspiel gegen den SC Freiburg in der Arena mit einem stimmungsvollen Film auf dem Videowürfel, in dem die schönsten und wichtigsten Tore des Linksfußes gezeigt wurden, und zu den Klängen von "You`ll never walk alone" verabschiedet. Die Szenerie ging an niemandem spurlos vorbei. Sichtlich gerührt nahm der damals 30-Jährige anschließend gemeinsam mit seinem Sohn Erik die Ovationen der Nordkurve entgegen, als er sich ein letztes Mal als Schalker aus der Arena verabschiedete.

       
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